Lang, lang ist’s her…

…dass ihr etwas von KLIMAblick 2014 gehört habt. Es ist ruhig geworden um unsere Gruppe und bald macht sich eine völlig neue Generation von KLIMAblick‚lern auf den Weg nach Madagaskar.

Diese Bilder hier wollen wir euch aber auf keinen Fall vorenthalten. Sie zeigen die Eröffnung der Schulbibliothek in Andalamengoke. Schweiß, Sonnenbrand und Schwielen an den Händen haben sich ausgezahlt und wir können mit Stolz sagen, dass wir zu diesem tollen Projekt beigetragen haben. Wir hoffen, dass die Bibliothek lange als Wissensquelle, Lernort und Inspirationsraum für die Kinder und alle anderen neugierigen Menschen in und um Andalamengoke bestehen bleibt.

Die Kinder sind bereits eifrig dabei die Bibliothek zu inspizieren und kommen jeden Tag vorbei um durch die Bücher zu blättern. KLIMAblick 2016 wird den Bestand dann mit mindestens zwei Koffern voller Bücher auffüllen und die Bibliothek mit einem kleinen Fest einweihen. Wie schön, dass KLIMAblick auf diesem Wege weitergeführt wird 🙂

 

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Wisst ihr noch, vor einem Jahr?

Vor genau einem Jahr waren wir grade auf Madagaskar unterwegs und haben in Ambodriena bei schweißtreibender, schwüler Hitze die Wasserleitung tiefer gelegt…deshalb wird es mal wieder Zeit für einen Blogeintrag. Und wir haben auch zwei gute Gründe:

1. Zur Leverkusener Kunstnacht gibt es eine zweite Madagaskar-Ausstellung auf dem NaturGut Ophoven: Bettina Miserius und Bert Gigas zeigen in ihrer Kunst-Ausstellung Fotos, Videos und Geschichten aus Madagaskar. Es erwartet euch ein filmischer Einblick in das Projekt, lebendige Fotografien, abenteuerliche Geschichten und ein gezeichnetes Märchen.

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2. Die Schulbibliothek in Andalamengoky ist fast fertig: Vor guten zwei Monaten waren wir schon begeistert. Jetzt ist sie noch ein Stück weiter vollendet worden. Einfach toll, was da geschaffen wurde! Und wir waren ein Teil davon 🙂

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We got News for you

Kinder, wie die Zeit vergeht! Vor einigen Monaten haben wir noch geschuftet wie die Bauarbeiter und jetzt ist die Schulbibliothek so gut wie fertig 🙂 Hier einige Vorher-Nachher Bilder aus Andalamengoke…

KLIMAblick – Ausstellung auf dem NaturGut Ophoven

Am 18.04.2015 haben wir ein großartiges Event auf dem NaturGut Ophoven veranstaltet – die Ausstellung zu unserem Projekt KLIMAblick!

Wir waren sehr froh, dass wir so viele Menschen begrüßen durften und unsere Erfahrungen und Eindrücke mit allen, die da waren teilen konnten. 

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei allen bedanken, die unsere Reise und diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben!

Eine kleine Zusammenfassung bieten die Bilder…

                  

        

Da sind wir wieder…. mit einer herzlichen Einladung!

Liebe Freunde & Unterstützer, endlich ist es soweit!
Mit dem Madagaskar-Tag am Naturgut Ophoven wollen wir uns bei allen
Leuten bedanken, die uns im letzten Jahr unterstützt und begleitet haben.
Außerdem wollen wir allen Interessierten von dem berichten, was wir
erleben durften. Aber VORALLEM wollen wir mit euch einen tollen Tag
verbringen. Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops,
wie „Leben ohne Uhr„, unser Projektfilm, madagassisches
Finger-Food und eine Zeitreise der besonderen Art.

Los geht’s am 18. April ab 16:00 Uhr
auf dem NaturGut Ophoven.
Wir freuen uns auf euch!

Anbei der Flyer, mit allen Infos:
Klimablick

Was für ein Spieltag!


Es folgt ein Gastbeitrag von Bernd Blaschke, unserem Ehren-Torwart:

P1070996-aEs ist von einem denkwürdigen Fußballspiel zu berichten, welches am Freitag 17.10.2014 in Madagaskar stattfand, genauer auf dem Schulhof der kleinen Schule in Andalamengoke. Die beiden Mannschaften wurden einmal von den Gastgebern gestellt (Angestellte der Eco Lodge) und die Gästemannschaft war aus Deutschland angereist. Der Anpfiff sollte um 16 Uhr erfolgen, wurde aber kurzfristig wegen Überschreitung der zulässigen Temperatur auf 17 Uhr verschoben.

Über den Spielverlauf ist zu berichten, dass das Spiel aus zwei Halbzeiten bestand, die allerdings unterschiedlich lange dauerten, denn die Halbzeitpause erstreckte sich über Gebühr lang hin und die Dunkelheit, zusammen mit einer Verletzungspause, brachte das Spiel zu einem vorzeitigen Ende. Ein großes Manko der Gästemannschaft bestand darin, dass sie mit den madagassischen Fußballregeln nicht vertraut waren, die, so erklärte es der Schiedsrichter, nicht konform mit den FIFA-Regeln sind. Der Anpfiff erfolgte auf Zuruf (die Trillerpfeife hatte der Schiedsrichter verlegt) und ebenfalls wurde ein Foul geahndet, wenn die Mehrheit der Spieler dafür stimmte. Nach dem ersten Tor der deutschen Mannschaft konnte eine leichte Überlegenheit ausgemacht werden, die deutsche Dampfwalze marschierte unbeirrt vorwärts, die Gegner pflegten mehr den tänzerischen Stil, wobei sie auf das Schuhwerk verzichteten und barfuß einfach eleganter aussahen
.
Was die erzielten Tore betrifft besteht bis heute Unklarheit über das Endergebnis. Sicher ist nur, dass die Madagassen ein Tor schossen; bei der deutschen Mannschaft zählten die deutschen Zuschauer 11 Tore, die der Schiedsrichter allerdings nicht anerkennen wollte. Einmal war es die etwas andere Abseitsregel (es muss immer ein eigener Spieler vor dem Torwart stehen) oder die spezielle Torwartregel, nach der er in seiner Sicht nicht behindert werden darf. Auch die imaginären Torpfosten wurden unterschiedlich interpretiert: der eine oder andere Ball wäre vom Pfosten wieder ins Feld gesprungen und nicht ins Tor, so die Meinung des Schiedsrichters und dass er mit der Addition nicht bestens vertraut war konnte jeder unschwer erkennen. Ein Tor wurde nicht anerkannt, weil just in diesem Moment der Bürgermeister eintraf und dann müsse der Ball ruhen (§27) und auch die Diskussion zwischen Schiedsrichter und Zuschauern beanspruchte seine volle Konzentration, wobei ihm das eine oder andere Tor durch die Lappen ging.

Dennoch muss festgestellt werden, dass allen Beteiligten, Spieler und Zuschauer, das Spiel einen großen Spaß bereitete, auch wenn die deutschen Spielerfrauen größtenteils mit den Kindern auf dem Nebenplatz Fußball spieltenP1070995-a und dem Spielverlauf naturgemäß nicht immer folgen konnten. Zum Schluss schließlich trank man aus großen Kübeln gemeinsam das Wasser und den Rest bekam der Spielführer über den Kopf geschüttet, hatte er doch bei seinem Einsatz alles riskiert, um ein zweites Gegentor zu verhindern. Die Siegermannschaft erklärte dem Dolmetscher zum Schluss die Grundregel Nr. 1, dass der Verlierer einen ausgibt, was der Dolmetscher wohl falsch verstand oder übersetzte mit dem Ergebnis, dass die gegnerische Mannschaft nach dem Abendbrot auftauchte und fragte, ob noch Bier übrig ist (es war übrig). Nachdem die Deutschen mit ihren Waden gezeigt hatten, was drin steckt, glänzten die Madagassen mit ihren Stimmen und sangen, bis Slufu der Herbergsvater gegen 22 Uhr das Licht ausdrehte (am nächsten Morgen war Wecken um 5 Uhr angesetzt).

Mein persönliches Resumee: Es war einfach toll, daher Wiederholung im nächsten Jahr.

Andalamengoke – Ein Dorf ohne Bewohner aber voller Hoffnung

Nachfolgend der noch fehlende Beitrag über unsere Zeit in Andalamengoke. Viel Spaß beim Lesen!

Andalamengoke

Im Südosten von Madagaskar – zwischen dem Nationalpark Zombitse und dem circa 12 Kilometer entfernten Städtchen Sakarah – liegt das Straßendorf Andalamengoke. Entlang der einzigen festen Straße weit und breit stehen neben Mangobäumen und Mangroven hier und da kleinere Hütten aus Backsteinen und Strohdächern. Doch nur die wenigsten von ihnen sind noch bewohnt: Die ausbleibende Regenzeit in den letzten drei Jahren und Viehdiebe, die ihr Unwesen in der Umgebung getrieben haben, führten dazu, dass selbst der Dorfchef das Weite gesucht hat. „Noch vor drei Monaten, war das Dorf voller Leben. Heute sind von 1000 Bewohnern nur noch circa 50 Leute übrig geblieben“, berichtete uns Romain, der am Ortseingang des Dorfes die Eco-Lodge betreibt, auf der wir ab dem 7. Oktober für zehn Tage untergebracht waren. Romain ist es auch, der maßgeblich am Bau der Schule in Andalamengoke beteiligt war, zu der jetzt nur noch ein Bruchteil der Schüler kommt. „Es macht mich wirklich traurig, dass die Bewohner alle abgehauen sind. Wir haben so viel für das Dorf getan. Aber ich habe Hoffnung, dass sie alle wieder kommen, wenn weiter verbreitet wird, was hier passiert und welche Projekte noch geplant sind“, erzählt Romain. Hierzu zählt zum Beispiel der Bau einer kleinen Bibliothek, bei dem auch wir tatkräftig mit angepackt haben. In Zukunft soll neben Kinder-, Schul- und Französischbüchern auch immer eine aktuelle Zeitung ausliegen, die von den Taxi-B-Fahrern am Morgen vorbei gebracht werden soll.

Unsere Men-Power war hier beim Beton mischen und zementieren der ersten Etage gefragt. Die Zauberformel hierfür lautete: ein Sack Zement, zwei Schubkarren voll mit Sand und vier Schubkarren voll mit Kies. Dazu eine ordentliche Ladung Wasser, die Stück für Stück dazu gegeben wurde. Und dann: Mischen was das Zeug hält – nicht etwa mit einem Betonmischer, sondern mit Spaten, Schaufeln und Armschmalz. Zuvor musste noch eine Stahlkonstruktion mit Draht zusammen geknotet werden, in die der Zement dann Eimer für Eimer gegossen wurde. Das brachte einigen von uns Schnittwunden, Blasen und Schwielen, aber auch viel Spaß an der handwerklichen Arbeit ein und sogar der „Meister“ war nach einigen Tagen Arbeit sehr zufrieden mit uns.

Doch der Bau an der Bibliothek war nicht unser einziger Beitrag für das Dorf. Unseren Blick haben wir vor allem auf die Kinder von Andalamengoke gerichtet: Mami, Stefa, Freddo, Emil, Thereziene und viele andere kleine Besucher auf der Ecolodge freuten sich Tag für Tag auf Malen, Spielen oder einfach nur Rumalbern mit uns. Außerdem haben wir uns als Englisch-, Französisch- und Physiklehrer in der Schule bewiesen. Hier gibt es übrigens noch einiges zu tun. Der Schulleiter und die Lehrer haben eine ganze Reihe an Verbesserungswünschen bei unserem Besuch geäußert: die Schultoiletten, die vom letzten Zyklon vernichtet wurden, gilt es wieder aufzubauen; Lehrerwohnungen und ein angemessenes Büro müssten gebaut werden und es fehlen vernünftige Unterrichtsmaterialien und Tafeln. Vielleicht würde das Beheben dieser Missstände und eine kleine Gehaltserhöhung für die Lehrer ihre Motivation wieder etwas stärken. Wir hatten leider teilweise das Gefühl, dass sich die Lehrer hauptsächlich über unseren Unterricht gefreut haben, weil sie dann selbst früher nach Hause fahren konnten.

Doch das alles ließe sich nicht auf einmal beheben, wie Bernd Blaschke vom Verein Lernen Helfen Leben dem Schulleiter vermittelte. Und auch die Madagassische Regierung stünde in der Verantwortung das Bildungswesen besser zu unterstützen.

Wir werden sehen, was der Regierungswechsel aus dem Letzten Jahr noch alles bewirken wird. Wir hoffen, dass Korruption und Vetternwirtschaft eingedämmt werden können und wollen zu guter Letzt darauf hinweisen, dass auch mit Hilfe aus Deutschland, zum Beispiel durch Lernen Helfen Leben und Ihre/Eure Spenden einiges bewirkt werden kann!

Abschied aus Fianarantsoa & zurück nach Tana

Zum Abschied von den Studenten kamen wir alle wieder zu einem leckeren Abendessen im Restaurant Chez Ninie zusammen. Die Stimmung war sehr schön und ausgelassen, jedoch spürte man auch, dass der Abschied auf unbestimmte Zeit immer näher rückte.

Wir lassen liebgewonnene Freunde zurück und nehmen aber auch positive Energie mit, denn Freundschaft kennt ja bekanntlich keine Grenzen!

 

Morgen früh um 6 Uhr geht’s dann zurück nach Tana. Uns erwartet eine 10 stündige Autofahrt, dass heißt viiiiiieeeel Zeit, um die vergangen Wochen ein wenig revuepassieren zu lassen, wobei diese 10 Stunden für so viele neue Erfahrungen und Eindrücke bei weitem nicht ausreichen…

Gute Nacht und bis bald.

Autor: Vici Herzog

Endlich Lemuren!

Nach einem traurigen Abschied in Mananjary ist zu unserer aller Aufheiterung am Sonntag (05.10.) endlich einer unserer sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gegangen: Wir haben tatsächlich Lemuren gesehen, juchuuu!

Auf der Fahrt von Mananjary nach Fianarantsoa haben wir einen Zwischenstopp in Ranomafana eingelegt und uns in den tropischen Regenwald gewagt. Dieser hat seinem Namen an dem Tag wirklich alle Ehre gemacht, denn es hat geregnet ohne Ende – ein Wetter, das wir bis dato nicht von Madagaskar kannten.

In zwei Gruppen aufgeteilt, wurden wir jeweils von einem Guide durch den Nationalpark geführt. Und es hat tatsächlich nicht lange gedauert, bis wir den ersten Lemuren zu Gesicht bekommen haben: Hoch oben in den Baumwipfeln hat ein Großer Bambuslemur gerade seinen Mittagsschlaf gehalten – und wir sind in freier Wildbahn live dabei gewesen, einfach unfassbar!

Auf rund 41.000 Hektar bietet der Nationalpark eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten. Unser Guide hat uns erklärt, dass sich der Park in den Primary und den Secondary Forrest aufgliedert: Der Secondary Forrest wird erst seit circa 1990 geschützt und dementsprechend ist die Pflanzenwelt dort noch nicht so hoch gewachsen, wie im ursprünglichen Wald.

Auf dem Weg durch das Dickicht sind uns jedoch auch ein paar unliebsame Regenwald-Bewohner über den Weg und auch über die Hände gekrochen: Blutegel! Aber auch ein Chamäleon und zwei weitere Lemurenarten konnten wir entdecken. Zusammen mit der atemberaubenden Geräuschkulisse eines reißenden Flusses und einem wunderschönen Ausblick auf der Aussichtsplattform, war es ein unvergessliches Erlebnis!

Durchgenässt aber mit tollen Impressionen des östlich gelegenen Nationalparks sind wir wieder in das Busch-Taxi eingestiegen, um zu unserem Dreh- und Angelpunkt Fianarantsoa zurück zu fahren und somit den ersten Teil unserer Madagaskar-Reise abzuschließen.